Im Gespräch: Markus Holzer - Restaurant Jora - Innichen - Gourmet Südtirol

Markus Holzer - Fernsehkoch, Kochbuchautor und Besitzer vom Restaurant Jora in Innichen - Gourmet Südtirol
Markus Holzer - Fernsehkoch, Kochbuchautor und Besitzer vom Restaurant Jora in Innichen

Im Spätsommer 2015 wurde der bekannte Südtiroler Koch Markus Holzer vom Restaurant Jora in Innichen gefragt, ob er nicht Lust hätte, bei einem Casting zur Kochshow „la prova del cuoco“ im italienischen Fernsehen RAI 1 mitzumachen. Markus war bis dahin auch schon ein erfolgreicher Kochbuchautor durch sein Buch „Pasta on the Rocks“ und natürlich interessierte ihn diese Chance.

 

Ich habe mit Markus darüber gesprochen, wie es zu seiner Fernsehkarriere kam und was das für seine anderen, zahlreichen Tätigkeiten bedeutete.

 
Monika Pfitscher – Gourmet Südtirol: Man hat Dich also vor zwei Jahren gefragt, ob Du nicht Lust hättest, bei einer italienischen Kochshow mitzumachen. Natürlich hattest du Lust oder?

Markus Holzer: Ja, klar (lacht). Ich hatte zuvor noch einen Lebenslauf und andere Informationen geschickt und mir darüber eigentlich keine großen Gedanken gemacht. Vielmehr dachte ich, dass wenn es wirklich klappen sollte, ich dann 4-5 mal nach Rom fahren müsste, um dort die Sendungen aufzuzeichnen.


GS: Aber es sollte alles ein bisschen anders kommen…

MH: Ja, das kann man so sagen. Ich machte also das Casting und fragte nach, wie lange es dauern würde, bis ich erfahre ob es geklappt hätte, da meinte man noch zu mir, dass es ein paar Monate dauern könnte, bis man definitiv Bescheid geben könnte. In dem Moment hab ich das alles mental beiseite gelegt und auch nicht mehr groß daran gedacht. 10 Tage später rief mich allerdings der Produzent der Sendung an und erzählte mir, dass die Probeaufnahmen gut geklappt hätten. Dann fragte er, ob ich noch andere Fernsehauftritte von September bis Mai hätte… da man mich gern einmal (!!!) die Woche in der Show dabei haben würde. Damit hatte ich natürlich überhaupt nicht gerechnet, denn das war ja bedeutend mehr, als meine 4-5 eventuell einkalkulierten Gastauftritte und fast wäre mir der Hörer aus der Hand gefallen. In der ersten Saison von Herbst 2015 bis Frühling 2016 bin ich 34 mal nach Rom! In der zweiten Saison, die vom Herbst 2016 bis Mai 2017 ging, war es ein bisschen weniger.

 
GS: Das klingt schon aufwendig, wenn auch sehr spannend. Warst du eigentlich sehr aufgeregt bei den ersten Sendungen?
MH: Absolut! Es war ja auch so, dass ich trotz hoher Nervosität in den 10 Minuten, in welchen ich ein Gericht kochen und erklären sollte, nebenbei noch Smalltalk betreiben und hie und da vielleicht auch einen lockeren Spruch bringen sollte - und dies alles in meiner Zweitsprache Italienisch. Diese Kombination war am Anfang eine wirkliche Herausforderung für mich, aber neben aller Aufregung natürlich auch sehr spannend und herausfordernd. 
 
GS: Was ist das Konzept der Sendung „la prova del cuoco“?
MH: Das ist eigentlich bunt gemischt. Entweder tritt man gegen einen anderen Profikoch an oder man stellt ein Rezept vor. Ich kochte häufig Pastagerichte, wo man den „Südtiroler Einfluss“ herausschmecken konnte. Das war bei mir natürlich bewusst so gewählt, um auch den Zuschauern etwas neues und authentisches aus meiner Heimat zu bieten, was sie so vielleicht noch nicht kannten.

GS: Wann wurden die Sendungen dann ausgestrahlt?
MH: Jede Sendung war live… um 12.00 Uhr zu Mittag. Jeden Tag, von Montag bis Freitag, für ca. 1,5 Stunden.

 

Gs: Live? Das ist ja noch mal um einiges aufregender!
MH: Du sagst es!!! (lacht)


GS: Das ist natürlich eine immense Aufgabe, einmal die Woche von Innichen im Hochpustertal nach Rom zu fahren und gleichzeitig noch einen Betrieb sowie ein intaktes Privatleben zu führen? 

MH: Ja natürlich. Ich bin immer mit dem Zug von Venedig nach Rom gefahren, das klappt von Innichen aus eigentlich sehr gut. Aber sicher wäre das alles nicht möglich gewesen, wenn ich nicht so eine tolle Mannschaft im eigenen Betrieb hätte, welche mich so gut ersetzt hat an meinen Drehtagen. Meine Familie musste vor allem im ersten Jahr einige Abstriche hinnehmen, aber wir hatten uns gemeinsam für das Projekt entschieden und wussten, dass es für die Zeit, wo ich das machen würde, ein wenig enger werden würde. 

Das hat dann auch alles verhältnismässig gut geklappt und allein schon für den Bekanntheitsgrad für mein Lokal und mich als Koch haben diese zwei Jahre sehr viel gebracht.

 
GS: Das kann ich mir vorstellen, dass Dich nun sehr viele Menschen kennen und wahrscheinlich auch extra zu Dir auf Deine Hütte ins Restaurant kommen?
MH: Ja, man merkt das schon deutlich, speziell im Sommer kommen viele italienische Gäste allein wegen der Sendung und das ist natürlich auch ein schöner Lohn für die stressige Seite dieser Zeit. Auch sehr viele Berufskollegen habe ich kennen gelernt. Man könnte sagen, vom Norden bis zum Süden, habe ich sehr, sehr viele Köche und Menschen aus dem Kulinarikbereich kennengelernt. Alles insgesamt eine sehr schöne und wichtige Erfahrung.
 
GS: Und die Saison 2017/2018?
MH: Da sind wir gerade dabei am diskutieren.
 
GS: Vielen Dank für das interessante Gespräch.  


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